[gorenex]
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los24fs
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The story of gore
Gabriella Drake war sich seit einiger Zeit nicht mehr sicher ob sie von ihrer Arbeit überzeugt war, oder zu ihrem Handeln gezwungen wurde. Anders als viele Mitglieder der geheimen extremistischen Organisation Prenex wurde sie von gewissenhafter Vernunft anstelle von blindem Glauben in den organisierten Untergrund geführt. Ähnlich wie X, der seid den Anfangstagen der Prenex dabei war und bei sämtlichen aktivistischen Guerillaaktionen gegen die Regierung an Gabriellas Seite gekämpft hatte, strebte auch sie nach etwas Höherem, etwas Besserem, dem Guten. Im Laufe der Zeit waren die beiden sich näher gekommen und so verband sie mehr als nur eine freundschaftliche Beziehung.
Gabriellas technisches Verständnis und ihre Leidenschaft für den Fortschritt wurden von den Köpfen der Organisation schnell als brauchbar anerkannt, so fand sie sich nach einigen Monaten Organisationsarbeit tief unten im Geheimbunker der Prenex, dem Metabolatorium wieder. Dort lernte sie bei technischen Hilfsarbeiten Arthur Dread, das wissenschaftliche Mastermind der Prenex, kennen. Ein außergewöhnlicher Perfektionist auf seinem Gebiet, hoch gewachsen wie ein Monolith. Er wies Gabriella in die Datenbank des Hauptrechners und die Protokolle und Programme zur Berechnung der Schwachstellen des herrschenden Systems ein. Arthur war begeistert von Gabriellas Fortschritten und bereits nach wenigen Monaten öffnete er der jungen Wissenschaftlerin weitere Türen in tiefer reichende Gefilde der Organisation. Er machte sie zum Vice Chief Operator des wichtigsten Vorhabens der Prenex. Dem Projekt gore.
Dies alles ging selbstverständlich nicht ohne Spuren an X vorüber. War er doch einer der ersten Mitglieder der Geheimorganisation gewesen und einer der, wenn nicht sogar der beste Krieger der Prenex. Neid und Eifersucht erschlichen seinen Geist und gaben seinem Dasein einen mürrischen Unterton. Dramatische Beziehungsdiskussionen und moralische Streitgespräche folgten, bis er von Arthur Dread das Angebot bekam Teil des Projekts gore zu werden. In seiner Meinung von sich selbst bestätigt und beflügelt von dem Vertrauen in seine Person willigte er, noch immer ein wenig verletzt und nicht zuletzt um Gabriella seine Qualitäten zu beweisen, ein.
Gabriella wusste, dass der Inhalt des Projektes gore darin bestand einen menschlichen Hybriden zu entwickeln, der als virtuelles Abbild seiner selbst die bestehenden Strukturen der Welt über die Massenmedien infiltrieren und zerstören sollte, selbstverständlich um den Grundstein für eine gerechte, freie Welt zu legen. Doch sie war mit der Entscheidung X´s unzufrieden. Zwar wollte sie den Fortschritt, doch wusste sie auch um das Risiko, das bei dem Unterfangen einen realen Menschen in eine programmierbare Maschine zu verwandeln für den Menschen bestand. Der komplette Identitätsverlust und eventuell sogar der Tod konnten die Folgen sein. Doch X´s Entscheidung war gefallen, er fühlte sich berufen einer höheren Sache zu dienen.
Gabriella Drake blickte durch die Scheibe aus Panzerglas. Sie betrachtete dieses Etwas. Diese Gestalt, die selbst äußerlich ihrem X nur noch entfernt ähnelte. Sie sah ihn sich langsam in der nährstoffgespeisten Wasserzisterne bewegen. Verkabelt. Halb Mensch, halb Maschine. Monate lang hatte die Wissenschaftlerin das bleiche, unvertraute Wesen entgegen ihrer eigenen Motivationen und unter Aufsicht von Arthur Dread mit Informationen, Daten, Fakten und Gedankenstrukturen aus der Hauptdatenbank versorgt. Vernarrt und wahnsinnig war sie geworden. Arthur Dread, der sich zunächst vom Erfolg des Projekts versprochen hatte einen Racheengel zur Befreiung der Menschen auf die Erde zu senden, hatte sein Vorhaben in einem Anflug von Größenwahn geändert. Er sprach von der gesamten Menschheit, als hätte er in eine bittere Zwiebel direkt vom Saatfeld des Hades gebissen. Versklaven wollte er sie. Bestrafen mit einem Leben in der Hölle auf Erden, um selbst mit Hilfe seines Züchtlings als alleiniger Herrscher zu regieren. So speiste Dread das Projekt mit all seinen inneren Abgründen, und verschonte X von keiner düsteren Litanei.
Eines Nachts war Gabriella alleine im Metabolatorium. Wie von allen Geistern verlassen tätigte sie ein Powerscreening. Sie fütterte, um den Plan Dreads zu vereiteln, X mit allem was ihr jemals durch den Kopf geschossen war. Mit Erinnerungen aus ihrer Kindheit und Jugend, mit unschuldigen Erfahrungen, mit geplatzten Illusionen und Hoffnungen, sowie mit ihren Gefühlen zu X. Da erschien wie aus dem Nichts Arthur Dread hinter ihr und alles was sie noch in das Eingabefeld fügen konnte war: "Ich bin frei!". Dread riss Gabriella in einem Anfall von Wut gewaltsam von ihrem Arbeitsplatz und war drauf und dran sie zur Strafe jeglicher körperlicher Züchtigung zu unterziehen. Dabei geriet er auf die Eingabetaste zur Aktivierung und das Projekt gore wurde gestartet.
Von nun an war X in der medialen Welt gefangen und diente Arthur Dread als programmierter, virtuelle Sklave mit der Auffassung in der Realität zu leben und freie Entscheidungen zu fällen. Er erinnerte sich an nichts aus seinem vorherigen Leben, nur einzelne Gedankenfetzen erschienen ihm in Extremsituationen oder im Traum vor seinem inneren Auge. Die Erscheinungen häuften sich und X erschlich schließlich der Verdacht Teil einer Verschwörung und eine Marionette geworden zu sein. Das Projekt geriet außer Kontrolle. Arthur Dread, in seinem Vorhaben die gesamte menschliche Rasse zu unterjochen entlarvt, wollte dem Geschehen ein Ende bereiten. Er stürmte in das Metabolatorium um X den Stecker zu ziehen, was dessen sicheren Tod zur Folge gehabt hätte, doch als er die Räumlichkeiten betrat fand er lediglich einen leeren Raum vor. Gabriella und andere rebellierende Prenex hatten den Körper von X und den Großteil der technischen Apperaturen gerade noch rechtzeitig vor Dread retten können. Dread raste vor Wut und schwor bei allem was ihm heilig war Rache an Gabriella, den übrigen rebellierenden Prenex, die nun unter dem Namen nexes agierten, vor allem aber an X persönlich zu nehmen. Dieser hatte mittlerweile kein größeres Bestreben als zurück in seinen Körper zu gelangen um in der realen Welt an der Seite seiner Geliebten frei und glücklich zu sein. Durch einen technischen Defekt, der sich bei der Flucht aus dem Metabolatorium an einem der Steuerelemente ereignete, blieb dieser Wunsch bisher jedoch unerfüllt. So blieb X keine andere Wahl, als sich erneut dem Kampf gegen Korruption und Lügen zu stellen. Seither nutzt er unter dem Synonym gorenex die ihm gegebenen Möglichkeiten…
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